FAQ

Was ist das Ziel des Projektes?

Im Forschungsprojekt LiLa Walldorf untersuchen wir, wie zukünftig ein größerer Anteil von erneuerbaren Energien im Stromnetz aufgenommen werden kann.

Da die Erzeugung von Strom aus erneuerbaren Energien (Sonne, Wind) nicht steuerbar ist, wollen wir Verbraucher nach dem Angebot von erneuerbaren Energie steuern und Energiespeicher einsetzen – ohne dass das für den Kunden einen Komfortverlust bedeutet.

Hierzu werden ca. 40 Pilothaushalte in Walldorf Süd testweise intelligent miteinander verbunden. Neben technischen Entwicklungen zur optimalen Steuerung geht es uns auch um regulatorische Fragen. Die Stromkosten für Haushalte bestehen zu mehr als 2/3 aus staatlich regulierten Kosten, wie z. B. EEG-Umlage und Stromsteuer. Wie und in welchem Umfang diese Kosten berechnet werden, ist entscheidend dafür, ob technische Lösungen, die die Energiewende fördern, für Haushalte attraktiv sind. Am Ende des Projektes wollen wir den Regulierungsbehörden und dem Gesetzgeber Vorschläge machen können, welcher regulatorische Rahmen die Ziele der Energiewende am besten unterstützt.

Wie funktioniert das Living Lab?

Bei rund 40 Haushalten in Walldorf Süd werden Energiemanagement-Gateways installiert. Energiemanagement-Gateways sind vergleichbar mit einem Internet-Router. Sie verbinden vorhandene Wärmepumpen und Photovoltaik-Wechselrichter, Batteriespeicher oder Ladeboxen für Elektro-Fahrzeuge über das Internet mit einer Zentrale. Auf diese Weise können wir den Betrieb dieser Geräte z. B. an der Netzsituation orientieren und erneuerbare Erzeugung mit Hilfe der flexiblen Anlagen besser nutzbar machen - natürlich immer unter der Maßgabe, dass der Komfort nicht leidet. Zudem wurde durch die Stadtwerke ein großer Batteriespeicher in Walldorf Süd installiert. Die Forschungspartner KIT und FZI begleiten den Feldversuch wissenschaftlich und entwickeln Simulationsmodelle und Optimierungsansätze, die sich auf das gesamte deutsche Stromnetz übertragen lassenn. Die Meinungen und Erfahrungen der Teilnehmer Walldorf Süd sind ein zentraler Bestandteil des Projektes. Die Feldtestteilnehmer werden durch Workshops und Befragungen in das Projekt eingebunden. Die Beteiligung am Projekt ist freiwillig.